Feuerwehren

21.08.2022, Lokalpolitik, Feuerwehren: Prien beschafft Drehleiter. Was tut Neumarkt-Sankt Veit?

Schön zu sehen, wie Prien laut ovb-online das Thema mit der Drehleiter löst. Es offenbart die leichten Unterschiede zum Vorgehen in Neumarkt-Sankt Veit. Hier ein paar Beispiele:

In Prien stimmte der Ferienausschuss einstimmig für die Anschaffung. Ich habe keine Ahnung, was ein Ferienausschuss ist, aber solange er der Beschaffung von wichtigem Feuerwehrequipment zustimmt, finde ich solch einen Ausschuss gut. Was macht Neumarkt? Bei uns liegen Anträge der Feuerwehr schon zwei Jahre in der Schublade.

In Prien wird die alte Drehleiter ausgetauscht. Bei uns hat man gleich gar keine Drehleiter und fragt sich, ob es einer Drehleiter überhaupt bedarf. Ich kann hier aber wie immer helfen, denn das Münchner Verwaltungsgericht urteilte, dass der zweite Rettungsweg fehlt, wenn die höheren Geschosse nur einen Weg nach unten haben, ein zweiter Rettungsweg nur mit einem Rettungsgerät der Feuerwehr realisiert werden kann, dieses Equipment aber nicht innerhalb von 10 Minuten herbeigeschafft werden kann. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte das Urteil. In Neumarkt gibt es mehrere Gebäude, wo in den Obergeschossen ein zweiter baulicher Rettungsweg fehlt und man mit vorhandenen Steckleitern nicht bis ganz nach oben vordringen kann. Außerdem kann innnerhalb von zehn Minuten auch keine Drehleiter herangekarrt werden. Folglich ist der Handlungsbedarf eigentlich dringlich. Die Verantwortlichen kommen an einer Drehleiter nicht vorbei, wenn sie ruhig schlafen möchten. Die rechtliche Beurteilung nach einem Schadensfall einfach einem Gericht zu überlassen – darauf würde ich es nicht unbedingt ankommen lassen. Wie geht das Sprichwort? Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand. Das Beispiel Schneizlreuth, wo ein Ex-Bürgermeister wegen fahrlässiger Körperverletzung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde, darf als Warnung verstanden werden. Damals unterließ es der Bürgermeister, dem LRA baurechtswidrige Zustände mitzuteilen bzw. eine Feuerbeschau durchführen zu lassen.  Es starben sechs Menschen. Weil der Bedarfsplan die Problematik eindeutig aufzeigt, kann auch nicht mit Nichtwissen argumentiert werden. Es muss also baldigst zu Aktionen kommen.

Wie man am Fall Schneinzlreuth festmachen kann, schauen die Gerichte schon ganz genau hin. Die Logik, dass allein die Eigentümer von Gebäuden für das Fehlen von zweiten Rettungswegen verantwortlich zu machen sind, würde ja bedeuten, dass es für keine Gemeinde, auch nicht für Prien, eine Beschaffungspflicht für eine Drehleiter gäbe. Das wäre zu einfach gedacht.

Weiter geht es mit dem fröhlichen Vergleichen. In Prien zeigte man das Miteinander, in dem man für die Freunde aus Atzing zurücksteckte. Bei uns erklärt man das „Miteinander“ zunächst einmal zum Ziel.

In Prien wird das Drehleiterfahrzeug für einen Schätzpreis von 820.000 Euro ausgeschrieben. Bei uns analysiert man erst einmal weitere fünf Monate lang den Feuerwehrbedarfsplan, um zu schauen, was man „wirklich braucht“ (nachdem er schon über ein Jahr vorliegt). Dabei ist der Feuerwehrbedarfsplan in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren entstanden. Die gleichen Feuerwehren jetzt prüfen zu lassen, ob der Bedarfsplan der Realität entspricht, schaut ein wenig nach dem Versuch aus, Zeit zu gewinnen. Aber wofür?

Weil Prien die Sache positiv sieht, wissen sie dort auch, dass es sich um ein überörtliches Einsatzmittel handelt, dass die Regierung von Oberbayern die Investition mit 225.000 Euro fördert und dass der Landkreis weitere 135.000 Euro zuschießt. Über diese Zuschusssituation hat man in Neumarkt überhaupt noch nichts gehört, obwohl wir doch beim Abgreifen von maximalen Zuschüssen traditionell führend sind.

Prien hat in der Vergangenheit 250.000 Euro an Haushaltsresten zurückgelegt. Neumarkt hat – da lehne ich mich aus dem Fenster – keinerlei Haushaltsreste zurückgelegt und laut Haushaltsentwurf auch keinen Euro für die Feuerwehren eingestellt.

Fazit: Es könnte alles transparenter und schneller ablaufen. Neumarkt kommt um Investitionen nicht herum.

Link zum ovb-Artikel: hier

19.08.2022, Feuerwehren: Perfekte Brandbekämpfung am Stadtplatz

Heute Vormittag kam es zu einem Brand eines Autos auf dem Stadtplatz. Die Ursache dürfte noch unklar sein. Wenn ich mir den Audi 80 anschaue, tippe ich auf einen technischen Defekt. Die Bekämpfung war schnell erledigt. Reine Routine. Bei nicht weniger als 12 Feuerwehrleuten hätte ich das auch nicht anders erwartet. Hier die exklusiven Bilder:

17.08.2022, Lokalpolitik, Feuerwehrbedarfsplan: Neuer ovb-Bericht mit einer Rolle rückwärts.

Am 11.08. gab es einen etwas seltsamen ovb-Bericht zum Thema der fälligen Investitionen in die Neumarkter Feuerwehren. Ich hatte an dem Bericht gezweifelt und vorausgesagt, dass der ovb hier zu zurückrudern wird. Was aber heute in der Zeitung stand ist keine Korrektur des letzten Berichtes, sondern eine völlige Neudarstellung der Situation.

Aus dem ‚neuen Kassier Dr. Rudi Geltinger‘ wurde heute ‚eine bleibende Schatzmeisterin Michele Gaulinger‘.

Aus der ‚bleibenden Schriftführerin Michele Gaulinger‘ wurde heute der ‚neue Schriftführer Ulrich Geltinger‘.

Viel seltsamer aber ist, dass aus dem ‚Anzweifeln der Kompetenz‘ im letzten Bericht plötzlich ein ‚besonderer Einsatz‘ unseres Hörberingers Michael A. wird.

Nächste wirklich merkwürdige Aussage: Nach heutigem Bericht führte das „Nachdenken über eine Drehleiter“ zur Ausarbeitung des Feuerwehrbedarfsplanes. Ah ja. Wenn der ovb ein einziges Mal in seine eigene Datenbank schauen und die alten Berichte herauskramen würde, dann hätte man das heute so nicht schreiben dürfen. Aber ich kann ja helfen. Am 11.07.2020 schrieb der ovb bezüglich des Feuerwehrbedarfsplans, dass zwei Anträge von örtlichen Wehren zur Anschaffung von zwei Fahrzeugen beziehungsweise zum Neubau eines Feuerwehrhauses vorlägen und dass wegen der dazu notwendigen Bedürfnisprüfung für eventuelle Zuschüsse der Regierung im Juni 2020 ein Feuerwehrbedarfsplan in Auftrag gegeben worden sei.

Aus dieser Aussage von damals wird im heutigen ovb-Bericht plötzlich die Logik, dass 2018 über eine Drehleiter nachgedacht und dies dann zur Beauftragung des Feuerwehrbedarfsplan geführt habe.

Dieser Widerspruch wird natürlich unaufgeklärt bleiben. Aber das noch größere Stirnrunzeln gibt es über die damalige Aussage am 11.07.2020, dass der Bedarfsplan erstellt wird, um zu klären, ob die Ausstattung der Feuerwehr ausreicht oder sie „gegebenenfalls überversorgt“ ist.

Angesichts des vorliegenden Feuerwehrbedarfsplans mit seiner massinen Mängelliste war das eine solch glatte Fehleinschätzung, dass man das schon gar nicht mehr lustig finden kann.

Und wenn sich der Erste Stock fragt, warum man angesichts von „zu wenig Feuerwehrmännern“ überhaupt über eine Drehleiter für 700.000 Euro nachdenkt, dann kenne ich die Antwort: Er hat beim Zählen anscheinend die Feuerwehrfrauen vergessen.

Aber fragen wir uns doch mal lieber, warum es nicht genug Feuerwehrmänner und -frauen gibt. Bei den Frauen ist die Sache klar. Wenn ein 15jähriges Mädchen gerne Feuerwehrfrau werden möchte, aber vier von sieben Feuerwehrkommandanten der Bewerberin sagen müssen, dass es keine sanitären Anlagen gibt, dann ist das eine mögliche Antwort darauf, warum es zu wenig Personal gibt.

Urplötzlich stellt der Feuerwehrbedarfsplan die Feuerwehren schlechter dar als es der Realität entspreche? Ich glaube, ich lese falsch. Am 11.08.2022 hieß es im ovb noch, dass der Kreisbrandmeister kein gutes Haar am Zustand der Feuerwehren lasse. Er hat also noch vor einer Woche wesentlich drastischere Worte gefunden als man es im Bedarfsplan nachlesen kann.

Beim letzten Absatz des heutigen ovb-Berichtes müssen wir wohl zwischen den Zeilen lesen. Der Hinweis, dass eine Verbesserung nur im Miteinander zwischen Feuerwehren und Stadt möglich ist, heißt im Umkehrschluss was? Dass es im Moment ein gegeneinander gibt? Oder war das nur eine Phrase, die wir nicht ernstnehmen müssen?

Die Feuerwehren sollten alle unter einen Hut gebracht werden, um eine gemeinsame Linie zu finden? Was heißt das im Umkehrschluss? Dass es keine gemeinsame Linie gibt? Dieses erklärte Ziel sollte aber mal ganz schnell angegangen werden. Eine gemeinsame Linie ist eine Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Feuerwehren.

12.08.2022, Lokalpolitik, Ausrüstung der Neumarkter Feuerwehren: „So schlecht wie sonst nirgends“

Nach dem gestrigen Artikel im OVB dürfte im ersten Stock des Rathauses so eine Art Mix aus Schnappatmung und Tobsuchtsanfall eingesetzt haben. Oder eher Schockstarre. Denn die Replik auf den Artikel von gestern hätte ich schon heute in der Zeitung erwartet. Ok, dann gedulden wir uns halt noch bis morgen.

Aber der Reihe nach: Bei der Jahreshauptversammlung der SPD waren der Kreisbrandrat Harald Lechertshuber und der Kreisbrandmeister Christian Biberger eingeladen. Eine Mischung von Berichten und Diskussion führte dann – laut ovb-Berichterstattung – zu außergewöhnlichen Aussagen wie „Gesamtzustand aller sieben Wehren so schlecht wie nirgends“. Hm, nirgends heißt was? In der ganzen Welt? Schlechter als in Eritrea in Afrika? Was für eine bittere Erkenntnis.

Zweite Rettungswege würden an Gebäuden fehlen, wodurch die Anschaffung einer Drehleiter notwendig sei. Nichts ginge bei der Stadt und der Verwaltung „so recht“ vorwärts. Noch dramatischer wird es bei der Personalie Michael Asbeck. Wir erinnern uns an den Hörberinger Feuerwehrkommandanten, der jahrelang auch als zweiter Bürgermeister hochgelobt wurde. Kritik verbot sich wie von selbst. Fast von selbst. Ich habe mich auf meiner Homepage schon einmal mit seinen Aussagen beschäftigt.

Schon am 14. Mai äußerte sich Asbeck als „Sprachrohr seiner Hörberinger“ recht „betroffen“ über die Aussagen von Lechertshuber. Und jetzt auch noch die Anzweifelung seiner Kompetenz durch Herrn Biberger. Was für ein tiefer Fall.

Da bin ich jetzt auf die Reaktionen gespannt. Es würde mich nicht wundern, wenn hier die ganz großen Geschütze aufgefahren werden. Aber: Schritt 1 vor Schritt 2. Erstmal würde ich den ovb-Bericht als solches anzweifeln. Meine ersten Recherchen ergaben, dass dieser den tatsächlichen Hergang nicht wirklich korrekt widerspiegelt. Schade, dass ich nicht dabei war und objektiv beurteilen kann, was wirklich gesagt wurde. Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht. Ich glaube, dass die Zeitung zurückrudern muss.

Damit aber überhaupt etwas weitergeht, sollten wir einmal überlegen, was es mit dem Feuerwehrbedarfsplan auf sich hat und feststellen, worüber wir eigentlich sprechen. Damit das besser gelingt, habe ich schon vor ein paar Wochen Kontakt zu meinem alten Kumpel, dem Wikileaks-Gründer Julian Assange, aufgenommen. Seine Antwort dauerte ein wenig, kam aber jetzt im richtigen Augenblick. Angehängt an seine Mail war: Der Neumarkter Feuerwehrbedarfsplan. Julian ist halt im Moment nicht wirklich – wie soll ich es formulieren – flexibel in seinem Handeln. Aber er meinte: Veöffentliche das Dokument. Auf einen Tobsuchtsanfall mehr oder weniger käme es jetzt auch nicht an. Da hat er Recht, der Julian. Jetzt kommt aber das ‚aber‘, denn es gibt drei Menschengruppen:

  1. Der ersten Menschengruppe gehören Menschen an, die eine urdemokratische Einstellung haben und der Meinung sind, dass Veröffentlichungen von Dokumenten ein absolut notwendiger Teil der Demokratie sind und Geheimniskrämerei nicht dazugehört.
  2. Der zweiten Menschengruppe gehören Menschen an, die – wenn sie mit Menschen aus der ersten Gruppe in Kontakt kommen – Ausschlag bekommen.
  3. Der dritten Menschengruppe gehören Menschen an, die sich von Menschen der zweiten Gruppe dadurch unterscheiden, dass sie zum Telefonhörer greifen und mit einem Vertreter der ersten Gruppe ein halbstündiges Gespräch führen. Argumente werden ruhig, konstruktiv und sachlich ausgetauscht.

Übereinstimmend kommt man zu dem Ergebnis, dass die Argumente des Vertreters der dritten Gruppe minimal schwerer wiegen als die Argumente des Vertreters der ersten Gruppe, wodurch es ab sofort zu der Logik kommt, dass der Feuerwehrbedarfsplan nicht mehr zum Anschauen ist. So einfach, so normal lassen sich Dinge regeln.

13.05.2022, Kommunalpolitik, Feuerwehrbedarfsanalyse, Nächster Akt

Dass der ovb-Bericht heute so veröffentlicht wurde, wie er veröffentlicht wurde, war eine mathematische Gewissheit. Unser Bürgermeister, stets um seine Außendarstellung bemüht, musste nach dem ovb-Bericht vom letzten Samstag hier ganz einfach noch einmal für Klarheit sorgen. Wer, wenn nicht der langjährige zweite Bürgermeister, war besser geeignet, ihm beizuspringen. Dabei hat der Hörberinger, wenn ich das richtig sehe, keine gewichtige Position mehr. Folglich kann er den Inhalt der Feuerwehrbedarfsanalyse nicht kennen. Trotz dieser beiden Punkte wurde heute auf der Lokalseite eine halbe Seite Platz geschaffen, um ihn zu Wort kommen zu lassen. Wobei das abgedruckte Bild vom 8. April 2020 stammt und somit jetzt das zweite Mal veröffentlicht wird. Nur damit was gedruckt wird. Was für eine Farbverschwendung.

Wir reden nun also schon vom zweiten großen ovb-Bericht, der sich mit den Ergebnissen der Feuerwehrbedarfsanalyse beschäftigt, die wir Neumarkter nicht kennen. Schwach dosiert und weichgekocht bekommen wir mit jedem Bericht das eine oder andere Detail mit. Themenschwerpunkte sind die Beschaffung eines Fahrzeuges mit Drehleiter, Neubau von Feuerwehrhäusern und die Zusammenlegung von Feuerwehren. Ich sehe hier keinen „politischen Sprengstoff für die Bürgerschaft in den einzelnen Ortsteilen“ und schon überhaupt keinen Grund dafür, das Thema nichtöffentlich zu behandeln.

Bei der Drehleiter müssen wir noch einmal nachhaken. Die Neumarkter Feuerwehr sah den Bedarf schon im November 2019 und stellte einen entsprechenden Stadtratsantrag. Die Feuerwehrbedarfsanalyse spricht sich ebenfalls klar für die Beschaffung aus. Kreisbrandrat Lechertshuber schlug in die gleiche Kerbe. Was passiert also als Nächstes? Nicht etwa die Beschaffung. Stattdessen „bedürfe es einer Abklärung der tatsächlichen Verhältnisse“ der genannten Gebäude. Das klingt so, als hätten sich die Neumarkter Feuerwehr, Herr Dittlmann (mit seiner gleichnamigen Firma für die Bedarfsanalyse verantwortlich) und auch der Kreisbrandrat Lechertshuber konspirativ zusammengeschlossen, um als Spaßverderber aufzutreten.

Jetzt werden weitere fünf Monate veranschlagt, damit die einzelnen Feuerwehren ihren tatsächlichen Bedarf prüfen. Ich behaupte, dass jeder Feuerwehrkommandant im Schlaf und früh um 3.00 Uhr den Bedarf für seine eigene Feuerwehr fundiert aufzählen kann. Rein hypothetischer Ansatz: Würden sechs von sieben Feuerwehrgebäuden über keine Abgasabsauganlage verfügen, dann wäre der Bedarf klar auf dem Tisch. Es gäbe nichts zu diskutieren und die Anlagen müssen aus Gründen des Gesundheitsschutzes beschafft werden. Weiterer hypothetischer Ansatz: Würden drei von sieben Feuerwehren über keinerlei Toiletten verfügen, dann wäre der Handlungsbedarf sonnenklar.

In Sachen Feuerwehrbedarfsanalyse muss ich meine Recherchen fortsetzen. So weit ich weiß, trägt die Analyse das Datum vom Mai 2021. Damit scheint mir die Analyse bereits ein Jahr alt zu sein. Was passierte in den letzten 12 Monaten? Im Juli 2021 wurde der Plan „im Rathaus den Verantwortlichen“ vorgestellt. Mit „Verantwortlichen“ können nicht die Stadträte gemeint gewesen sein, denn in seiner CSU-Haushaltsrede für das Jahr 2022 monierte Ferdinand Rothkopf Anfang diesen Jahres, dass der Feuerwehrbedarfsplan „uns noch nicht zugänglich“ sei. Warum schaffte es seine Kritik nicht in den diesbezüglichen ovb-Bericht vom 02.03.2022? Denn da wird bei der Wiedergabe der Haushaltsreden dieser Punkt der CSU-Haushaltsrede geflissentlich weggelassen.

Mal schauen, inwieweit wir am Montag bei der CSU-Jahreshauptversammlung Klarheit in die Feuerwehrbedarfsanalyse und ihre Auswirkungen bringen können. Die Nichtöffentlichkeit werde ich in jedem Fall in Frage stellen.

07.05.2022, Lokalpolitik, ovb-Presseschau: Feuerwehrbedarfsanalyse

Ich warte schon seit einiger Zeit darauf, dass es in Sachen Feuerwehrbedarfsanalyse endlich Informationen gibt. Der heutige Bericht beantwortet aber keine einzige offene Frage. Er wirft stattdessen weitere Fragen auf.

Eine Überraschung stellt die Tatsache dar, dass die Ergebnisse der Feuerwehrbedarfsanalyse seit Juli 2021 vorliegen. Mit dem schwachen Verweis auf Corona hat sich bis heute nichts getan. Aber wenn man informationstechnisch im Zeitalter der Litfaßsäule verharrt, dann ist es halt schlichtweg unmöglich, unseren sieben Feuerwehrkommandanten die Ergebnisse zu präsentieren. Verstehe ich.

Was aber völlig unakzeptabel ist, ist der Umstand, dass die Feuerwehranalyse, die aus unseren Steuergeldern bezahlt wurde, seit zehn Monaten unter Verschluss bleibt. Die Sicherheit der Neumarkter Bürger ist von hohem öffentlichem Interesse. Es gibt keine logische Begründung für Geheimniskrämerei.

Auch jetzt packt man nicht etwa an, sondern gibt sich weitere fünf Monate Zeit, um die Ergebnisse der Analyse zu analysieren. Und bis heute wird der 365-seitige Bericht unter Verschluss gehalten. Wir wissen also nicht einmal, worüber wir diskutieren.

Entweder man erstellt eine Feuerwehrbedarfsanalyse und akzeptiert die Ergebnisse, oder man spart sich das Geld. Der Neumarkter Weg, die Ergebnisse, die hohe Kosten nach sich ziehen, erschrocken zur Kenntnis zu nehmen, um sie jetzt durch weitere Analysen zu relativieren, ist untauglich. Insofern hatte der Kreisbrandmeister Harald Lechertshuber jedes Recht, die Dinge beim Namen zu nennen und die Umsetzung der Bedarfsanalyse zu fordern. Seine Aussagen als unangemessen zu „geißeln“, ist wohl eher der untaugliche Versuch zu verschleiern, dass Neumarkt faktisch pleite ist und sich eine Umsetzung anscheinend gar nicht leisten kann.

Wenn man diskutiert, ob man eine Drehleiter braucht, dann sollten wir doch spätestens jetzt in die Analyse hineinschauen und die Info hoffentlich finden. Das Argument, es gäbe ja nur eine Handvoll Häuser in Neumarkt, die im Brandfall auf eine Drehleiter angewiesen wären, ist äußerst schwach. Dann lassen wir die Häuser im Brandfall eben abfackeln, oder wie?

Fazit: Die Sicherheit von uns Neumarktern ist nicht verhandelbar und darf schon gleich gar nicht unter einen Finanzierungsvorbehalt gestellt werden. Und deshalb war es seitens des Kreisbrandrates völlig richtig, die verordnete Nichtöffentlichkeit des Themas zu ignorieren und den Stein ins Rollen zu bringen.

07.11.2020, Lokalseite: Bericht zur letzten Stadtratssitzung, Feuerwehrbedarfsplanung

Beginnen wir mit dem Bild. Man sieht keinen Abstand, keiner trägt Masken. Passt grade nicht zur aktuellen Situation. Das Bild an sich passt auch nicht zum Thema. Was hat die Kirche mit einer Feuerwehrsatzung bzw. einer Feuerwehrbedarfsplanung zu tun? Da hätte die Lokalseite sich durchaus um ein aktuelles Bild bemühen können, anstatt ein schon am 22.07.2020 bereits veröffentlichtes Foto einfach noch einmal zu drucken. Die Nutzinformation des Bildes liegt somit bei 0%. Es sei denn, man ist vergesslich. Dann ist es gut, dass sich die Dinge ab und an wiederholen.

Der Artikel bestätigt weiterhin das Gefühl, dass nur die SPD zu einer lebendigen Debatte im Stadtrat beiträgt (zumindest im öffentlichen Teil, vielleicht fliegen ja hinter verschlossenen Türen die Fetzen…). Wieder war es Ludwig Spirkl, der die durchaus interessanten Fragen stellte. Vielleicht war die Akustik schlecht und ich konnte hinten nicht richtig mithören (Mikrofon und Lautsprecher waren zwar aufgebaut, aber aus meiner Sicht nicht eingeschaltet), jedenfalls muss das Thema sowohl in der öffentlichen, als auch im nichtöffentlichen Teil behandelt worden sein.

Die Info, dass zwei Anträge von örtlichen Feuerwehren zur Anschaffung von zwei Fahrzeugen eingegangen sind, habe ich nicht mitbekommen. Da es letztlich um mein Steuergeld geht, frage ich mich, warum das im nichtöffentlichen Teil debattiert wird. Deshalb erfährt der geneigte Lokalseitenleser auch nicht, um welche Feuerwehren es geht. Zur  Bedürfnisprüfung wurde eine externe Fachfirma eingeschaltet. Sie werkelt nun schon genüsslich seit Juni vor sich hin und hat jetzt – im November – scheinbar immer noch keine Ergebnisse geliefert, die es wert wären, veröffentlicht zu werden. Wie die Firma heißt, und was uns das kostet: Diese durchaus nützlichen Informationen müssen wir selbstverständlich nicht wissen. Wir müssen auch nicht wissen, warum diese externe Firma überhaupt gebraucht wird. Wir haben erfahrene Feuerwehrleute, wir haben erfahrene Feuerwehrkommandaten, und wir haben einen Feuerwehrreferenten, der Spirkls Fragen so gezielt beantworten konnte, dass ich ihm die Bedürfnisprüfung zutraue. Ich glaube auch nicht, dass örtliche Feuerwehren Anträge auf Neubeschaffung von Fahrzeugen aus Langeweile stellen. Ich glaube zudem auch, dass so ein Antrag nicht aus einem auf einen Bierdeckel gekritzelten Antrag á la „Wir hätten da mal gern…“ daherkommt. Ich bin mir sicher, dass beide Anträge sehr gut begründet sind. Ich glaube zudem, dass die örtlichen Feuerwehren sehr gut vernetzt sind. Wenn Spezialfahrzeuge im Einsatzgebiet im Fall der Fälle zügig bereitstehen, dann wird eine örtliche Feuerwehr doch sicherlich nicht das gleiche Spezialfahrzeug noch einmal anschaffen wollen, das die benachbarte Feuerwehr bereits besitzt, oder? Die Bedarfsplanung hätte ich sehr wohl beim Stadtrat gesehen. Ich verstehe aber, dass man dieses heiße Eisen lieber nicht selbst anpacken will. Den eigenen Feuerwehren eine eventuelle Überversorgung zu attestieren… puh, da reicht kein Gummiband, da braucht es schon ein ordentliches Rückgrat. Denn das es dazu kommt, scheint sicher. Sonst hätte die Regierung von Oberbayern für die Anschaffung des Mannschaftswagens für die Hörberinger Feuerwehr den Zuschuss im Juli sicherlich genehmigt. Hat sie aber nicht und ich tippe auf die Begründung: Fehlende Bedarfsplanung. Also hat die Stadt zwei Dinge getan. Der Hörberinger Feuerwehr einen zinslosen Kredit in Höhe von 13.500 Euro gewährt und die Bedürfnisplanung in Auftrag gegeben. Es kam aus dem damaligen Zeitungsartikel zwar nicht heraus, aber es ist davon auszugehen, dass die 13.500 Euro exakt der fehlende Zuschuss sind. Zwar dachte ich, dass die Stadt Neumarkt-Sankt Veit der Träger der Freiwilligen Feuerwehr ist und sich somit eigentlich nicht selbst ein zinsloses Darlehen geben kann, aber das muss ich alles nicht verstehen. Egal: Meine Vermutung ist, dass die Stadt die berechtigte Befürchtung hat, dass auch diesmal kein Zuschuss kommen wird, was eine korrekte Annahme ist, denn durch den Hörberinger Mannschaftwagen hat sich die Situation ja verbessert, und nicht verschlechtert. Gab es für Hörbering schon keine Zuschuss, dann kann es bei einer Neubewertung nun ja erst recht keinen Zuschuss geben – sagt der gesunde Menschenverstand. Es sei denn, die Fahrzeuge hätten sich in der Coronazeit auf unerklärliche Weie viel schneller abgenutzt, als gedacht. Nun wird also extern geprüft, was das Zeug hält. Sieben Feuerwehren zu bewerten, scheint eine schwierige und langwierige Angelegenheit zu sein.