Feuerwehren

17.08.2022, Lokalpolitik, Feuerwehrbedarfsplan: Neuer ovb-Bericht mit einer Rolle rückwärts.

Am 11.08. gab es einen etwas seltsamen ovb-Bericht zum Thema der fälligen Investitionen in die Neumarkter Feuerwehren. Ich hatte an dem Bericht gezweifelt und vorausgesagt, dass der ovb hier zu zurückrudern wird. Was aber heute in der Zeitung stand ist keine Korrektur des letzten Berichtes, sondern eine völlige Neudarstellung der Situation.

Aus dem ‚neuen Kassier Dr. Rudi Geltinger‘ wurde heute ‚eine bleibende Schatzmeisterin Michele Gaulinger‘.

Aus der ‚bleibenden Schriftführerin Michele Gaulinger‘ wurde heute der ‚neue Schriftführer Ulrich Geltinger‘.

Viel seltsamer aber ist, dass aus dem ‚Anzweifeln der Kompetenz‘ im letzten Bericht plötzlich ein ‚besonderer Einsatz‘ unseres Hörberingers Michael A. wird.

Nächste wirklich merkwürdige Aussage: Nach heutigem Bericht führte das „Nachdenken über eine Drehleiter“ zur Ausarbeitung des Feuerwehrbedarfsplanes. Ah ja. Wenn der ovb ein einziges Mal in seine eigene Datenbank schauen und die alten Berichte herauskramen würde, dann hätte man das heute so nicht schreiben dürfen. Aber ich kann ja helfen. Am 11.07.2020 schrieb der ovb bezüglich des Feuerwehrbedarfsplans, dass zwei Anträge von örtlichen Wehren zur Anschaffung von zwei Fahrzeugen beziehungsweise zum Neubau eines Feuerwehrhauses vorlägen, und dass wegen der dazu notwendigen Bedürfnisprüfung für eventuelle Zuschüsse der Regierung im Juni 2020 ein Feuerwehrbedarfsplan in Auftrag gegeben worden sei.

Aus dieser Aussage von damals wird im heutigen ovb-Bericht plötzlich die Logik, dass 2018 über eine Drehleiter nachgedacht und dies dann zur Beauftragung des Feuerwehrbedarfsplan geführt habe.

Dieser Widerspruch wird natürlich unaufgeklärt bleiben. Aber das noch größere Stirnrunzeln gibt es über die damalige Aussage am 11.07.2020, dass der Bedarfsplan erstellt wird, um zu klären, ob die Ausstattung der Feuerwehr ausreicht oder sie „gegebenenfalls übervorsorgt“ ist.

Angesichts des vorliegenden Feuerwehrbedarfsplans mit seiner massiven Mängelliste war das eine solch glatte Fehleinschätzung, dass man das schon gar nicht mehr lustig finden kann.

Und wenn sich der Erste Stock fragt, warum man angesichts von „zu wenig Feuerwehrmännern“ überhaupt über eine Drehleiter für 700.000 Euro nachdenkt, dann kenne ich die Antwort: Er hat beim Zählen anscheinend die Feuerwehrfrauen vergessen.

Aber fragen wir uns doch mal lieber, warum es nicht genug Feuerwehrmänner und -frauen gibt. Bei den Frauen ist die Sache klar. Wenn ein 15jähriges Mädchen gerne Feuerwehrfrau werden möchte, aber vier von sieben Feuerwehrkommandanten der Bewerberin sagen müssen, dass es keine sanitären Anlagen gibt, dann ist das eine mögliche Antwort darauf, warum es zu wenig Personal gibt.

Außerdem kann man doch nicht einfach die Fakten negieren. Wenn wir in Neumakt eine Handvoll Gebäude haben, wo die oberen Stockwerke keinen zweiten Fluchtweg haben, dann muss als zweiter Fluchtweg eine Drehleiter her. Das ist eine ganz einfache Logik.

Und urplötzlich stellt der Feuerwehrbedarfsplan die Feuerwehren schlechter dar als es der Realität entspreche? Ich glaube, ich lese falsch. Am 11.08.2022 hieß es im ovb noch, dass der Kreisbrandmeister kein gutes Haar am Zustand der Feuerwehren lasse. Er hat also noch vor einer Woche wesentlich drastischere Worte gefunden (falls die Aussagen so gefallen sind) als man es im Bedarfsplan nachlesen kann.

Beim letzten Absatz des heutigen ovb-Berichtes müssen wir wohl zwischen den Zeilen lesen. Der Hinweis, dass eine Verbesserung nur im Miteinander zwischen Feuerwehren und Stadt möglich ist, heißt im Umkehrschluss was? Dass es im Moment ein gegeneinander gibt? Oder war das nur eine Phrase, die wir nicht erstnehmen müssen?

Die Feuerwehren sollten alle unter einen Hut gebracht werden, um eine gemeinsame Linie zu finden? Was heißt das im Umkehrschluss? Dass es keine gemeinsame Linie gibt? Dieses erklärte Ziel sollte aber mal ganz schnell angegangen werden. Eine gemeinsame Linie ist eine Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Feuerwehren.

12.08.2022, Lokalpolitik, Ausrüstung der Neumarkter Feuerwehren: „So schlecht wie sonst nirgends“

Nach dem gestrigen Artikel im OVB dürfte im ersten Stock des Rathauses so eine Art Mix aus Schnappatmung und Tobsuchtsanfall eingesetzt haben. Oder eher Schockstarre. Denn die Replik auf den Artikel von gestern hätte ich schon heute in der Zeitung erwartet. Ok, dann gedulden wir uns halt noch bis morgen.

Aber der Reihe nach: Bei der Jahreshauptversammlung der SPD waren der Kreisbrandrat Harald Lechertshuber und der Kreisbrandmeister Christian Biberger eingeladen. Eine Mischung von Berichten und Diskussion führte dann – laut ovb-Berichterstattung – zu außergewöhnlichen Aussagen wie „Gesamtzustand aller sieben Wehren so schlecht wie nirgends“. Hm, nirgends heißt was? In der ganzen Welt? Schlechter als in Eritrea in Afrika? Was für eine bittere Erkenntnis.

Zweite Rettungswege würden an Gebäuden fehlen, wodurch die Anschaffung einer Drehleiter notwendig sei. Nichts ginge bei der Stadt und der Verwaltung „so recht“ vorwärts. Noch dramatischer wird es bei der Personalie Michael Asbeck. Wir erinnern uns an den Hörberinger Feuerwehrkommandanten, der jahrelang auch als zweiter Bürgermeister hochgelobt wurde. Kritik verbot sich wie von selbst. Fast von selbst. Ich habe mich auf meiner Homepage schon einmal mit seinen Aussagen beschäftigt.

Schon am 14. Mai äußerte sich Asbeck als „Sprachrohr seiner Hörberinger“ recht „betroffen“ über die Aussagen von Lechertshuber. Und jetzt auch noch die Anzweifelung seiner Kompetenz durch Herrn Biberger. Was für ein tiefer Fall.

Da bin ich jetzt auf die Reaktionen gespannt. Es würde mich nicht wundern, wenn hier die ganz großen Geschütze aufgefahren werden. Aber: Schritt 1 vor Schritt 2. Erstmal würde ich den ovb-Bericht als solches anzweifeln. Meine ersten Recherchen ergaben, dass dieser den tatsächlichen Hergang nicht wirklich korrekt widerspiegelt. Schade, dass ich nicht dabei war und objektiv beurteilen kann, was wirklich gesagt wurde. Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht. Ich glaube, dass die Zeitung zurückrudern muss.

Damit aber überhaupt etwas weitergeht, sollten wir einmal überlegen, was es mit dem Feuerwehrbedarfsplan auf sich hat und feststellen, worüber wir eigentlich sprechen. Damit das besser gelingt, habe ich schon vor ein paar Wochen Kontakt zu meinem alten Kumpel, dem Wikileaks-Gründer Julian Assange, aufgenommen. Seine Antwort dauerte ein wenig, kam aber jetzt im richtigen Augenblick. Angehängt an seine Mail war: Der Neumarkter Feuerwehrbedarfsplan. Julian ist halt im Moment nicht wirklich – wie soll ich es formulieren – flexibel in seinem Handeln. Aber er meinte: Veöffentliche das Dokument. Auf einen Tobsuchtsanfall mehr oder weniger käme es jetzt auch nicht an. Da hat er Recht, der Julian. Here we go:

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Wer sich die Lektüre nicht vollständig durchlesen will, der kann sich z.B. ab Seite 350 die Mängelliste bezüglich der Gerätehäuser im Überblick anschauen. Insgesamt scheint mir das ein gelungenes Werk zu sein. „Politischen Sprengstoff“, so wie es am 7. Mai im ovb hieß, sehe ich dem pdf-Dokument nicht. Da hat die Welt aber ganz andere Probleme.