Glasfaserausbau

24.03.2022, IT: Vodafones Mobilnetz gestört

Scheinbar führt Vodafone in Neumarkt-Sankt Veit geplante Umbaumaßnahmen durch. Als Nutzer wird man kalt erwischt und erfährt das dann rein zufällig auf irgendwelchen Facebook-Seiten, wo die Menschen schimpfen wie die Rohrspatzen. Eine offizielle „ja, hier wird gearbeitet und es kommt bis zum 27. März zu Ausfällen“-Meldung habe ich im Internet nicht gefunden. Man könnte es ja auch kurzerhand in die Zeitung schreiben lassen. Aber im Jahr 2022, im Jahrzehnt der Digitalisierung, erfahren wir… nichts.

Dabei gibt es Technologien, die verhindern, dass die Leute verärgert werden. Bevor ein Sendemast planmäßig abgeschaltet wird, könnte man mal eben eine Massen-Mail an alle Mobiltelefone schicken, die sich grade im Funkfeld tummeln – oder in den letzten zwei Wochen regelmäßig an dieser Basisstation angemeldet waren. Denn dann könnte man sicher sein, nicht einem Durchreisenden zu behelligen, der aus Neugier grade mal über unseren Stadtplatz fährt und sofort Richtung Süden verschwindet. Oder Vodafone schreibt eine Massen-Mail an alle Vodafone-Kunden im Einzugsgebiet. Aber nichts davon passierte. Das technische Problem ist, dass auch eine Menge Funktionalitäten wie zum Beispiel Zwei-Faktor-Authentifizierungen auf der SMS-Methode beruhen. Wenn die App dann keinen optionalen Ausweg bietet, steht der Nutzer relativ dumm da. Seltsam ist, dass ich telefonieren kann, was bedeutet, dass ich eigentlich auch SMS empfangen sollte. Geht aber nicht.

Und so sehe ich in meinem Mobilphone rechts oben, wenn überhaupt, seit Tagen nur ein „E“ für Edge. Man könnte aber auch gleich den Buchstaben „N“ für „Nix geht mehr“ nehmen.

Unter diesen Voraussetzungen würde ich niemals mit meinem häuslichen Internet zu Vodafone (ehemals Kabel Deutschland) wechseln, obwohl die Internetgeschwindigkeit bei Vodafone viel, viel höher ist als meine DSL-Geschwindigkeit bei der Telekom. Aber was nutzt mir eine theoretisch hohe Geschwindigkeit, wenn ich als Homeoffice-Nutzer mich nicht darauf verlassen kann, dass das Netz 24×7 funktioniert.

Aber genau diese Vodafone-Geschwindigkeit ist der Grund, warum ein Glasfaserausbau nicht gefördert wird. Ich hatte dazu am 21. Januar per Mail beim Bayerischen Breitbandzentrum angefragt. Die ultraschnelle Antwort kam dann bereits am 15. März. Mein Verdacht wurde bestätigt. Über Koaxial-Kabel steht ein gigabitfähiges Produkt bei Vodafone zur Verfügung. Damit scheidet eine Förderung nach dem „weiße Flecken“-Förderprogramm ebenso aus wie eine Förderung nach dem „graue Flecken“-Förderprogramm.

Aber die Entscheidung steht: Zu Vodafone gehe ich nicht zurück. Die Technologie überzeugt mich einfach nicht.

22.01.2022, Breitbandausbau in Bayern: Newsletter mit fantastischen Zahlen

Wenn 90% aller Menschen in Bayern bereits mit 100Mbit/s surfen und 64% mit Gigabitgeschwindigkeit, dann frage ich mich ernsthaft, ob ich hier in Neumarkt mit meinem Kupferkabel und den maximalen 16Mbit/s hinter dem Mond lebe und zu den vergessenen 10% gehöre.

From: BreitbandzentrumAmberg@ldbv.bayern.de <BreitbandzentrumAmberg@ldbv.bayern.de>
Sent: Friday, 21 January 2022 16:41
To: michael.behrens@t-online.de
Subject: Newsletter des Bayerischen Breitbandzentrums vom 21.01.2022

Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, – Bayerisches Breitbandzentrum Amberg –

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Der Breitbandausbau in Bayern ist das erfolgreichste Infrastrukturprojekt der letzten Jahre. Der Glasfaserausbau in Bayern läuft auf Hochtouren. Dies belegen auch die aktuellen vbw-Studien: Mehr als 90 Prozent der Menschen in Bayern können bereits mit 100 Mbit/s surfen, über 64 Prozent sogar mit Gigabitgeschwindigkeit“, stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker im Rahmen der Online-Pressekonferenz der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) zur Digitalen Infrastruktur für Bayern am Donnerstag (20.1.) fest. „Kein Bundesland unterstützt seine Kommunen beim Glasfaserausbau stärker als der Freistaat Bayern. Unsere Förderprogramme sind unbürokratisch und effektiv. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Fördergelder investiert der Freistaat in den Glasfaserausbau – ein bundesweiter Spitzenwert. Eine moderne digitale Infrastruktur ist Grundpfeiler für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land und essentieller Standortfaktor für die bayerischen Unternehmen und Kommunen. Für unsere Familien und unsere Kultur ist Glasfaser die digitale Lebensader der Gegenwart und Zukunft. Unser ambitioniertes Ziel bleibt: Gigabit bis in jedes Haus“, so Minister Füracker weiter. Weiterlesen: https://www.schnelles-internet.bayern.de/breitbandzentrum/presse/65.html

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bayerisches Breitbandzentrum Amberg

Bayerisches Breitbandzentrum Amberg

Kirchensteig 1

92224 Amberg

Sehr schön und überzeugend formuliert. Das macht Hoffnung. Während also der Freistaat 1,6 Milliarden Euro an Fördergeldern mobilisiert, und auch die neue Regierung in ihrem Koalitionspapier von einem digitalen Aufbruch mit einer flächendeckenden Glasfaserversorgung spricht, empfiehlt uns unser Bügermeister im Mitteilungsblatt vom Oktober 2021, doch einfach bei der Telekom eine private Glasfaserleitung zu beantragen. Ich soll somit einen fünfstelligen Betrag aus der eigenen Tasche zahlen, während Bayern 1,6 Milliarden Euro an Fördergeldern bereitstellt?

Begründet wird diese tolle Idee mit der Aussage, dass die Stadt keine Förderung mehr erhalte, sobald ein Anwesen mehr als 30 Mbit/s im Download aufweise.

Auf der Seite des Amberger Breitbandzentrums liest sich das jedoch ganz anders und zwar so: „Mit der Bayerischen Gigabitrichtlinie hat der Freistaat den Weg geebnet und kann seitdem als erste Region in der Europäischen Union den Glasfaserausbau auch dort fördern, wo bereits ein Netzbetreiber mindestens 30 Mbit/s anbietet (sog. „graue Flecken“).“

Auch als völlig anhnungsloser Verwaltungsrechtler würde ich meinen, dass sich die beiden Aussagen widersprechen. Die Gigabitrichtlinie ist sei 2020 gültig, sodass sich in den letzten drei Monaten auch nicht etwa die Rechtslage geändert haben könnte.

Hier sind zusätzliche Recherchen notwendig, um in der Sache weiterzukommen.

18.11.2021, Glasfaserausbau: MBfM = Mehr Breitband für mich
Im vorletzten Stadtbladl wurde das nüchterne Statement bekanntgegeben, dass der Breitbandausbau wohl eher nicht so vorangetrieben werden kann, wie sich das mancher Neumarkter wünscht. Rechtliche Vorgaben sprächen gegen einen flächendeckenden Ausbau, so hieß es sinngemäß. Tatsächlich ist unser Wohngebiet laut Erhebung mit 30Mb/s versorgt, und gehört aus Sicht des Gesetzgebers somit nicht in den vordringlichen Bedarf. Da nutzt es mir wenig, dass meine maximale DSL-Geschwindigkeit bei der Telekom 16MB ist. Offensichtlich kann Vodafone mit seinem Kabelanschluss höhere Geschwindigkeiten. Jetzt habe ich aber überhaupt keine Lust, von meiner Lieblings-Telekom mit einem 24 Stunden am Tag fehlerfrei funktionierenden DSL-Anschluss zu Vodafone zu wechseln, wo ich doch ab und an im Internet etwas von Totalausfällen lesen muss. Ich war früher bei Kabel Deutschland (jetzt Vodafone) und hatte diese frustrierenden Erlebnisse, dass man an einem Sonntagabend seinen Rosamunde-Pilcher-Film nicht zu Ende schauen konnte, weil sich das Bild plötzlich auflöste. In meinem Ärger tat ich vor vielen Jahren zwei Dinge: Ich holte mir Entertainment mit dem Mediareceiver, und ich ließ mir eine Sat-Schlüssel aufs Dach montieren. Eigentlich ist das doppelt gemoppelt. Aber das beruhigende Gefühl, auch dann Fernsehen schauen zu können, wenn das Internet „weg“ ist, möchte ich nicht missen. Ab und an probiere ich den Sat-Empfang, bin zufrieden, dass die Technik funktioniert und schalte wieder auf den komfortableren Media-Receiver um. Was war nun die Idee des Stadtblattes, wie man zu Geschwindigkeiten jenseits von 16Mb/s kommt? Die Empfehlung ist/war, ein Programm der Telekom zu nutzen, dass es erlaubt, sich sein eigenes Glasfaserkabel legen zu lassen. Natürlich gegen Bezahlung. Weil Glasfaser mit seiner superschnellen Geschwindigkeit die präferierte Lösung ist, wurde ich hellhörig, folgte dem Link ins Internet und meldete mich zum Beratungsgespräch an. Pünktlich vier Wochen später kam die Antwort per Mail, die ich aus Datenschutzgründen hier nicht komplett posten kann, aber zusammenfassen darf.
  • Die Kosten für ein detailliertes Angebot betragen 100 Euro, die im Auftragsfall verrechnet werden
  • Die Ausarbeitung des Angebotes dauert ungefähr 16 Wochen
  • Die Kosten liegen im fünfstelligen Bereich
  • Eine Umsetzung dauert etwa sechs Monate nach Auftragseingang
Die 100 Euro erschrecken mich nicht, weshalb ich jetzt den Antrag auf Angebotsausarbeitung tatsächlich stellen werde. Jetzt möchte ich es genau wissen. Interessant wird die Frage sein, ob es preislich Synergieeffekte gibt, wenn man Nachbarn ins Boot holt. Aber: Schritt 1 vor Schritt 2.

05.08.2020, Die Nachbargemeinden machen es vor

Wenn die Neumarkter Lokalseite über den erfolgreichen Breitbandausbau in den Nachbargemeinden Lohkirchen, Schönberg, Zangberg und Oberbergkirchen berichtet, dann müsste sie eigentlich sofort den Bogen spannen und fragen: Was geschieht in Neumarkt diesbezüglich? Tut sie aber nicht. Müssen wir „wiederemoi“ in die Bresche springen und selbst darüber sinnieren. Dass Breitbandausbau trotzt Förderungen aller Art teuer ist, wissen wir. Aber das Prinzip der privaten Zuzahlung halte ich für einen sehr guten Weg. In den Nachbargemeinden sahen das 75% der Familien auch so und zahlen die 2.000 Euro. Ich denke, dass in Neumarkt die Beteiligung ähnlich wäre. Bleibt uns angesichts der klammen Finanzen ja auch nichts anderes übrig. Man muss es nur anpacken und wollen. Reinhard Fuchs war hier visionär tätig und hat uns gefühlte zwei Jahrzehnte ins Gewissen geredet. Wir haben ihn als Breitband-Fuchs belächelt und schließlich vergrault. Wir kümmern uns lieber um das Verrücken von Ruinen. Von Bayerns ambitioniertem Ziel einer bayernweiten Gigabit-Versorgung bis 2025 haben wir offensichtlich noch nichts gehört. Man könnte ja bei manchen Dingen auch einmal Vorreiter sein, anstatt der allgemeinen Entwicklung stets und ständig hinterherzuhecheln.

24.07.2020, Lokalseite: Oberbergkirchen – erfolgreicher Breitbandausbau

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Glückwunsch an die Nachbargemeinde zum erfolgreichen Breitbandausbau. Da wird unsereins neidisch. Die Kosten für das Projekt lagen insgesamt bei 3,4 Millionen Euro. 50% gab es über ein Bundesförderprogramm dazu, eine weitere Million vom Freistaat. Exakt 20%, also 680.000€, muss Oberbergkirchen alleine schultern. Das läuft auf einen Fehlbetrag von 20.000 Euro hinaus, wobei die Lokalseite hier ungenau berichtet. Die Bürger von Irl und dem Ortskern von Oberbergkirchen müssten „2.000 Euro beisteuern“. Das wären dann zehn Haushalte á 2.000 Euro, um die fehlenden 20.000 Euro abzudecken? Diese Rechnung wird sicherlich falsch sein. Die Höhe der Eigenbeteiligung pro Haushalt – das wäre noch eine genaue Information wert gewesen.

Schmunzeln muss der geneigte Leser über die Formulierung, dass sich die Gemeinde mit ihrer „innovativen Idee“ auf dem richtigen Weg befinde. Mit Verlaub: Breitbandausbau sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Um so trauriger ist die Aussage, dass Oberbergkirchen die einzige Gemeinde im Landkreis sei, die aus diesem speziellen Bundesförderprogramm Mittel abgeschöpft habe. Was hat Neumarkt-Sankt Veit und die anderen 29 Gemeinden davon abgehalten, diese Chance wahrzunehmen? Ein vernünftig recherchierter Lokalseiten-Beitrag hätte diese Antwort für Neumarkt-Sankt Veit gleich mitgeliefert.