Glasfaserausbau

18.11.2021, Glasfaserausbau: MBfM = Mehr Breitband für mich
Im vorletzten Stadtbladl wurde das nüchterne Statement bekanntgegeben, dass der Breitbandausbau wohl eher nicht so vorangetrieben werden kann, wie sich das mancher Neumarkter wünscht. Rechtliche Vorgaben sprächen gegen einen flächendeckenden Ausbau, so hieß es sinngemäß. Tatsächlich ist unser Wohngebiet laut Erhebung mit 30Mb/s versorgt, und gehört aus Sicht des Gesetzgebers somit nicht in den vordringlichen Bedarf. Da nutzt es mir wenig, dass meine maximale DSL-Geschwindigkeit bei der Telekom 16MB ist. Offensichtlich kann Vodafone mit seinem Kabelanschluss höhere Geschwindigkeiten. Jetzt habe ich aber überhaupt keine Lust, von meiner Lieblings-Telekom mit einem 24 Stunden am Tag fehlerfrei funktionierenden DSL-Anschluss zu Vodafone zu wechseln, wo ich doch ab und an im Internet etwas von Totalausfällen lesen muss. Ich war früher bei Kabel Deutschland (jetzt Vodafone) und hatte diese frustrierenden Erlebnisse, dass man an einem Sonntagabend seinen Rosamunde-Pilcher-Film nicht zu Ende schauen konnte, weil sich das Bild plötzlich auflöste. In meinem Ärger tat ich vor vielen Jahren zwei Dinge: Ich holte mir Entertainment mit dem Mediareceiver, und ich ließ mir eine Sat-Schlüssel aufs Dach montieren. Eigentlich ist das doppelt gemoppelt. Aber das beruhigende Gefühl, auch dann Fernsehen schauen zu können, wenn das Internet „weg“ ist, möchte ich nicht missen. Ab und an probiere ich den Sat-Empfang, bin zufrieden, dass die Technik funktioniert und schalte wieder auf den komfortableren Media-Receiver um. Was war nun die Idee des Stadtblattes, wie man zu Geschwindigkeiten jenseits von 16Mb/s kommt? Die Empfehlung ist/war, ein Programm der Telekom zu nutzen, dass es erlaubt, sich sein eigenes Glasfaserkabel legen zu lassen. Natürlich gegen Bezahlung. Weil Glasfaser mit seiner superschnellen Geschwindigkeit die präferierte Lösung ist, wurde ich hellhörig, folgte dem Link ins Internet und meldete mich zum Beratungsgespräch an. Pünktlich vier Wochen später kam die Antwort per Mail, die ich aus Datenschutzgründen hier nicht komplett posten kann, aber zusammenfassen darf.
  • Die Kosten für ein detailliertes Angebot betragen 100 Euro, die im Auftragsfall verrechnet werden
  • Die Ausarbeitung des Angebotes dauert ungefähr 16 Wochen
  • Die Kosten liegen im fünfstelligen Bereich
  • Eine Umsetzung dauert etwa sechs Monate nach Auftragseingang
Die 100 Euro erschrecken mich nicht, weshalb ich jetzt den Antrag auf Angebotsausarbeitung tatsächlich stellen werde. Jetzt möchte ich es genau wissen. Interessant wird die Frage sein, ob es preislich Synergieeffekte gibt, wenn man Nachbarn ins Boot holt. Aber: Schritt 1 vor Schritt 2. 05.08.2020, Die Nachbargemeinden machen es vor Wenn die Neumarkter Lokalseite über den erfolgreichen Breitbandausbau in den Nachbargemeinden Lohkirchen, Schönberg, Zangberg und Oberbergkirchen berichtet, dann müsste sie eigentlich sofort den Bogen spannen und fragen: Was geschieht in Neumarkt diesbezüglich? Tut sie aber nicht. Müssen wir „wiederemoi“ in die Bresche springen und selbst darüber sinnieren. Dass Breitbandausbau trotzt Förderungen aller Art teuer ist, wissen wir. Aber das Prinzip der privaten Zuzahlung halte ich für einen sehr guten Weg. In den Nachbargemeinden sahen das 75% der Familien auch so und zahlen die 2.000 Euro. Ich denke, dass in Neumarkt die Beteiligung ähnlich wäre. Bleibt uns angesichts der klammen Finanzen ja auch nichts anderes übrig. Man muss es nur anpacken und wollen. Reinhard Fuchs war hier visionär tätig und hat uns gefühlte zwei Jahrzehnte ins Gewissen geredet. Wir haben ihn als Breitband-Fuchs belächelt und schließlich vergrault. Wir kümmern uns lieber um das Verrücken von Ruinen. Von Bayerns ambitioniertem Ziel einer bayernweiten Gigabit-Versorgung bis 2025 haben wir offensichtlich noch nichts gehört. Man könnte ja bei manchen Dingen auch einmal Vorreiter sein, anstatt der allgemeinen Entwicklung stets und ständig hinterherzuhecheln. 24.07.2020, Lokalseite: Oberbergkirchen – erfolgreicher Breitbandausbau 200724-glasfaser.jpg Glückwunsch an die Nachbargemeinde zum erfolgreichen Breitbandausbau. Da wird unsereins neidisch. Die Kosten für das Projekt lagen insgesamt bei 3,4 Millionen Euro. 50% gab es über ein Bundesförderprogramm dazu, eine weitere Million vom Freistaat. Exakt 20%, also 680.000€, muss Oberbergkirchen alleine schultern. Das läuft auf einen Fehlbetrag von 20.000 Euro hinaus, wobei die Lokalseite hier ungenau berichtet. Die Bürger von Irl und dem Ortskern von Oberbergkirchen müssten „2.000 Euro beisteuern“. Das wären dann zehn Haushalte á 2.000 Euro, um die fehlenden 20.000 Euro abzudecken? Diese Rechnung wird sicherlich falsch sein. Die Höhe der Eigenbeteiligung pro Haushalt – das wäre noch eine genaue Information wert gewesen. Schmunzeln muss der geneigte Leser über die Formulierung, dass sich die Gemeinde mit ihrer „innovativen Idee“ auf dem richtigen Weg befinde. Mit Verlaub: Breitbandausbau sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Um so trauriger ist die Aussage, dass Oberbergkirchen die einzige Gemeinde im Landkreis sei, die aus diesem speziellen Bundesförderprogramm Mittel abgeschöpft habe. Was hat Neumarkt-Sankt Veit und die anderen 29 Gemeinden davon abgehalten, diese Chance wahrzunehmen? Ein vernünftig recherchierter Lokalseiten-Beitrag hätte diese Antwort für Neumarkt-Sankt Veit gleich mitgeliefert.