USA

15.04.2021 Truppenabzug aus Afghanistan

Die Nachricht, dass die USA ihre Truppen noch in diesem Jahr zurückziehen – und mit ihnen gehen auch alle anderen Nato-Truppen -, ist eine Info, die meinem gesunden Menschenverstand zunächst widerspricht. Man überlässt das Land wieder sich selbst und damit den Taliban. Die Russen sind kläglich gescheitert bei dem Versuch, das Land zu beherrschen. Der Westen hat es nicht geschafft, das Land wirklich zu befrieden. Aber schauen wir uns die praktischen Auswirkungen an. Afghanistan hat eine Fläche von 652.860 km². Im Moment sind in Afghanistan 9.592 ausländische Soldaten stationiert. Das heißt, dass sich auf einer Fläche von 68 kmein einziger Soldat verirrt. Das ist gar nichts. Im Jahre 2018 gab es bereits 60.000 Talibankämpfer. Wenn man die Sympathisanten noch dazu zählt, dann wird deutlich, dass die Anzahl der stationierten Soldaten die zehnfache Menge hätte sein müssen. Andererseits gibt es zwischen 180.000 und 195.000 afghanische Soldaten. Die Amerikaner sind seit Herbst 2001 in Afghanistan. Es war genug Zeit, die afghanische Armee auszubilden. Ein ungutes Gefühl bleibt jedoch. Das arme Afghanistan leidet seit 1979 unter den Kriegen, was bei dieser Nachbarschaft kein Wunder ist. Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan, China, Pakistan und Iran – klingt nicht vertrauenserweckend. Dann doch lieber Dänemark, Tschechien, Österreich, Schweiz, Frankreich und Holland. Das Signal, das hier ausgesendet wird, ist falsch. Der amerikanische Präsident begeht in seiner ersten Amtszeit einen ersten großen Fehler.

13.02.2021, Impeachment-Verfahren: Freispruch für Trump

Die Beweislast gegen Trump war groß, aber die notwendige 2/3-Mehrheit im Senat wurde relativ klar verfehlt. Bei 100 Senatoren plus der Vizepräsidentin hätten 67 Senatoren für den Antrag der Demokraten stimmen müssen. Neben den 50 demokratischen Senatoren fanden sich aber nur 7 republikanische Senatoren. Ein erfolgreiches Amtsenthebungsverfahren gegen einen Präsidenten, der schon gar nicht mehr im Amt ist, klingt vielleicht unlogisch, hätte aber den durchaus wünschenswerten Effekt gehabt, dass sich Trump nie wieder hätte für ein öffentliches Amt bewerben dürfen. So aber besteht die Gefahr, dass wir den Toupet-Träger bei der nächsten Wahl als Präsidentschaftskandidaten wiedersehen.

15.11.2020, Trump will nicht weichen

Alle Zahlen sprechen eindeutig für Joe Biden.

  • Wahlmänner: Biden: 306, Trump: 232
  • Wähler in absoluten Zahlen: Biden: 78.659.394 (50.8%), Trump: 73.105.080 (47,2%
  • Repräsentenatenhaus (Mehrheit liegt bei 218): Demokraten: 219, Republikaner: 203

Auch bei der Anzahl der „blauen“ Staaten liegt Biden knapp vor. Aber was nutzt dies, wenn Trump mal eben in seiner gepanzerten Limousine einen Abstecher durch Washington macht, sich von seinen Anhängern (insgesamt sind es im ganzen Land 73 Millionen) frenetisch feiern lässt und er gar nicht daran denkt, seine Wahlniederlage einzugestehen. Muss er auch gar nicht. Er hält sich bis zur Entscheidung des Supreme Courts am Leben, denn es geht – wie immer in den USA – vornehmlich ums Geld. Bei einem Eingeständnis seiner Niederlage würden die Spenden zunächst einmal versiegen, was ganz schlecht wäre, denn er muss ja seine Wahlkampfschulden noch irgendwie begleichen. Aber selbst dann, wenn Biden planmäßig am 20. Januar 2021 in sein Amt eingeführt wird, hat Trump einen Plan. Er wird sich dann als „Real President“ bezeichnen, sofort wieder die Wahlkampfmaschinerie anwerfen, seine Wiederwahl im Jahr 2024 anstreben, damit das Land in einen vierjährigen Dauerwahlkampfstress versetzen und es somit lähmen. Ganz nüchtern betrachtet hat er ja für sein Amerika politisch und wirtschaftlich auch einiges erreicht. Dass er als Politiker und als Mensch für ein hohes Amt ungeignet zu sein scheint, steht eigentlich außer Frage – so weit sich das aus der Entfernung beurteilen lässt. Ich füge dies deshalb an, weil wir wir ja alle irgendwie unter dem Diktat der deutschen Medien stehen, die uns seit vier Jahren nichts anderes erzählen. Deshalb können wir auch die 73 Millionen Republikaner nicht ansatzweise verstehen, die ihn gewählt haben. Aber ganz so einfach sollte man es sich nicht machen. Aber die Bewertung fällt dann doch wieder einfach aus: Die Polarisierung bleibt. Die Spaltung bleibt. Trump bleibt. Er würde selbst noch aus dem Gefängnis heraus seine Puppen tanzen lassen. Die Ausichten für die USA sind in der Tat düster. Das Land wird sich nicht beruhigen.

09.11.2020, Kamala Harris ist erste Frau im Amt als Vizepräsdientin

Es ist jetzt nicht nur dieses herzliche „We did it“, was mich an ihr beeindruckt. Auch ihr Werdegang ist höchst interessant. Die 56jährige und in Oakland, Kalifornien, geborene  Tochter einer Inderin und eines Jamaikaners war Generalstaatsanwältin von Kalifornien und Bezirksstaatsanwältin von San Franzisko. Sie ist ein echter Lichtblick für die USA und ein leuchtender Kontrast zu den zwei weißen, alten Männern Biden und Trump. Im Falle einer Erkrankung oder gar eines Ablebens des 77jährigen Biden in den nächsten vier Jahren würde sie automatisch zur Präsidentin.

Seit 2017 ist sie auch kalifornische Senatorin. Wichtig ist hier zu wissen, dass der US-Kongress das Parlament ist und aus zwei Kammern besteht: Zum Einen gibt es das Repräsentantenhaus, auch „The House“ genannt (435 Abgeordnete) und es gibt den Senat (100 Sitze). Ich würde zusammenfassend sagen, dass der Senat (auch nach dieser Wahl wohl weiterhin knapp in republikanischer Hand) mehr Macht hat, weil er z.B. alle Ernnenungen des Präsdienten zu bestätigen hat. Das war das Problem in der Zeit, als Barack Obama Präsident war. Er hatte kaum Handlungsspielraum und konnte letztlich nicht so erfolgreich sein, wie er es geplannt hatte. Für Regerierungsbeamte, denen ein Verbrechen vorgeworfen wird, stellt der Senat das Gericht dar, vor dem sie sich zu verantworten haben. Senat und Repräsentantenhaus sind bei Gesetzgebungsverfahren gleichgestellt. Harris wird als Vizepräsidentin automatisch Vorsitzende automatisch den Vorsitz des US-Senats übernehmen. Das könnte noch entscheidend sein. Denn im Moment steht es be den Sitzen noch 50:48 für die Republikaner. Gewinnen aber die Demokraten die zwei Nachwahlen in Georgia, dann gäbe es mit 50:50 ein Patt im Senat. Dann käme Harris ins Spiel, die ebenfalls eine Stimme hat und damit für demokratische Mehrheiten im Senat sorgen kann. Senat und House in der eigenen  Hand – das ist der Traum jeder US-Regierung.

Das Video ist natürlich inszeniert, wie alles in den USA. Hinten sieht man schon den Personenschützer. Aber die Freude wirkt authentisch und das macht Harris schon einmal viel symphatischer als Trump mit seinem ewig verschlagenen Blick.https://platform.twitter.com/embed/Tweet.html?dnt=true&embedId=twitter-widget-0&features=eyJ0ZndfZXhwZXJpbWVudHNfY29va2llX2V4cGlyYXRpb24iOnsiYnVja2V0IjoxMjA5NjAwLCJ2ZXJzaW9uIjpudWxsfSwidGZ3X2hvcml6b25fdHdlZXRfZW1iZWRfOTU1NSI6eyJidWNrZXQiOiJodGUiLCJ2ZXJzaW9uIjpudWxsfX0%3D&frame=false&hideCard=false&hideThread=false&id=1325126733482385409&lang=de&origin=https%3A%2F%2Fmichael-behrens-news.com%2Fus-wahlkampf%2F&sessionId=9fc89a3a7662e36acbc6bb5abf48e8acd6b3d588&siteScreenName=wordpressdotcom&theme=light&widgetsVersion=2d233ae%3A1618352735472&width=550px

07.11.2020, Joe Biden ist 46. Präsident der USA. Good Riddance, Donald J. Trump!

201107 american-flag

Die Welt atmet auf, die Welt fühlt sich befreit, die Welt kann einen Neuanfang organisieren. Trump benimmt sich so, wie er sich vier Jahre lang benommen hat. Er kann nicht in Würde abtreten und er erkennt die Wahl nicht an. Es erscheint jedoch  aussichtlos, dass Gerichte dieses Ergebnis noch kippen könnten. Denn Biden wird nicht nur die 270 Wahlmänner erringen, die er braucht. Er hat im Moment schon 273 und es werden noch mehr werden. Selbst „Irregulations“, die hier und da passiert sein mögen, werden von den Gerichten sicherlich als das bewertet werden, was sie sind: Als nicht relevant für den Ausgang der Wahlen. Aber vor amerikanischen Gerichten kann in der Tat alles geschehen. Ich erinnere an den Fall O.J. Simpson, der 1995 in einem grotesken Gerichtsverfahren vom Mordvorwurf freigesprochen wurde. Dabei war der Fall sonnenklar. Und so läuft der ehemalige American-Football-Player tatsächlich frei herum, obwohl jedem Amerikaner klar ist: Er war es.

Trump könnte seinem Land jetzt einen wichtigen Gefallen tun, und seine concession speech vorbereiten, so wie es zum guten Ton nach einer verlorenen Präsidentschaft gehört. Aber er verhält sich wie Hitler in seinem Führerbunker 1945 in Berlin. Durchhalten bis zum völligen Untergang. Es ist nicht anzunehmen, dass Trump das gleiche Ende wählt. Was ihm aber droht, ist: Gefängnis. Bei der Anzahl von ehemaligen engen Vertratuten, die mittlerweile hinter Gittern sitzen, ist es eine Frage der Zeit, bis auch er sich verantworten muss. Bisher schützte ihn das Präsidentenamt. Das hat er jetzt verloren. Und er wird auch seine Gefolgschaft verlieren. Nur sein irrer Sohn, der von „total war“ spricht, wird ihm treu bleiben. Ich habe mal geschaut, ob sich diese expression anders als mit „totaler Krieg“ übersetzen lässt. Ist nicht der Fall. Das zeigt auch die allgemeine historische Unkenntnis der Amerikaner und der Trumpfamilie im Besonderen. Nur Wahnsinnige wiederholen dieses Goeppels-Zitat aus dem Jahr 1943.

05.11.2020, Auszählung immer noch im Gange: Biden führt 

Gestern brach ich meine Beobachtungen am PC am späten Abend bei einem Stand von 253 zu 214 für Biden ab und hatte die Hoffnung, dass ich heute aufstehe und der neue Präsident Joe Biden heißt. Was aber muss ich sehen? Es ist nichts weitergegangen. Es gab keine Enscheidungen bezüglich der sechs noch offenen Staaten. Selbst bei einem Blick auf die detaillierten Auszählungen sieht man, dass es stockt. Ich schaue mir das auf der Seite abcnews.go.com an. Was man sich dagegen nicht anschauen muss, ist in dieser Hinsicht unseren heutigen Neumarkter Anzeiger. Das berühmte rot-blaue Übersichtbildchen auf Seite2 hat eine Aktualität vom 04.11.2020 um 9.30 Uhr und ist damit 20 Stunden alt und somit völlig veraltet. Logisch gibt es bei jedem Printmedium einen Redaktionssschluss. Aber selbst wenn die Bayern am Abend ihr CL-Spiel austragen, wird morgens schon darüber berichtet. Warum hat man also nicht kurz vor Schluss einfach das Bild aktualisiert? Seltsam ist auch, dass online der Staat Arizona noch grau ist, während auf dem abgedruckten Bild Arizona bereits blau eingefärbt ist. Das online-Bildchen hat wiederum den Nachteil, dass die Anzahl der Wahlmänner nicht zu sehen ist. Rechenkünstler können somit mit dem Bild nicht viel anfangen. Selbst die SZ schafft es nicht, die Anzahl der Wahlmänner einzublenden. Somit habe ich mal eben eine Excelliste entworfen, um den Überblick zu behalten:

Gewonnene Wahlmänner für Joe Bidenqty
Washington12
Oregon7
California55
Colorado9
New Mexico5
Nebraska1
Wisconsin10
Illinois20
Minnesota10
Hawai4
Michigan16
Virginiia13
New York29
Vermont3
New Hampshire4
Maine3
Massachusettes11
Rhode Island4
Connecticut7
New Jersey14
Delaware3
Maryland10
Washington DC3
Stand 5.11.2020, 08.01 Uhr:253
Nevada6
Arizona (scheint gesichert zu sein)11
Wahlmänner:270

Fazit: Mit den noch offenen Staaten Nevada und Arizona, wo Biden vorn liegt, könnte es exakt die Punktlandung geben, denn bei insgesamt 538 braucht es exakt 270 Wahlmänner.

31.07.2020, Trump nennt Briefwahlen betrügerisch

Das ist das Zitat, mit dem Trump gestern auf Twitter glänzte: With Universal Mail-In Voting (not Absentee Voting, which is good), 2020 will be the most INACCURATE & FRAUDULENT Election in history. It will be a great embarrassment to the USA. Delay the Election until people can properly, securely and safely vote??? Erste Erkenntnis ist, dass er selbst bei so einer Formulierung das Wort „great“ nicht weglassen kann. Die zweite Erkenntnis ist, dass Trump zwischen „Absentee Voting“ (good) und „Mail-In-Voting“ (fraudulent) unterscheidet. Faktisch gibt es aber keinen Unterschied. Wenn ich mich für Briefwahl entscheide, ist es mir ganz egal, was die offizielle Regelung für die betreffende Wahl ist. Zwar wird das Thema in allen Medien behandelt, aber niemand geht der Frage auf Grund, warum Trump Briefwahl für „fraudulent“ (betrügerisch) hält. Er selbst geht auch nicht darauf ein. Wir müssen uns also wieder unsere eigenen Gedanken machen. Mit dem Begriff „inakkurat“ könnte ich leben, „betrügerisch“ geht mir aber zu weit.  Wenn sich eine amerikanische (oder auch deutsche) Großfamilie mit ihren  Wahlunterlagen zum fröhlichen gemeinsamen Ausfüllen Sonntag früh am Küchentisch trifft, wird definitiv ein anderes Ergebnis dabei herauskommen, als wenn jedes Familienmitglied einzeln an die Urne treten muss. Die umgekehrte Logik erlebten wir beim Brexit. Alle Umfragen deuteten auf ein Verbleiben Großbritanniens in der EU hin. Aber ein entscheidender, kleiner Anteil der Befragten hatte bei den Befragungen nicht seine tatsächliche Meinung kundgetan. Das passierte erst in der Wahlkabine, ohne Zeugen. Ein Gegenargument für diese Theorie sind die „Prognosen“, die bei jeder Bundestags- oder Landtagswahl in Deutschland erstellt werden. Wähler werden direkt nach Verlassen des Wahllokals nach ihrer Wahlentscheidung gefragt. Da antworten zumindest die Deutschen wahrheitsgetreu. Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Prognose, die Punkt 18.00 Uhr ausgegeben wurde, einmal danebenlag.

Bliebe noch das Argument der veränderten Wahlbeteiligung, wenn sich die USA grundsätzlich für Briefwahl entscheiden. Sie wird definitiv steigen, was die Küchentisch-Ungenauigkeiten wieder wettmachen könnte.

Grundsätzlich ist der Gang zur Urne einer Briefwahl vorzuziehen, weil er dem Grundsatz der geheimen Wahl näher kommt, als Briefwahl. Aber in Corona-Zeiten ist dieses Ansinnen Utopie. Bei 150.000 Toten, 4 Mio Infizierten und einer 2 bis 13 fachen Dunkelziffer (je nachdem wo man googelt) müssen die Amerikaner gar nicht erst darüber nachdenken, welche Wahlart die bessere Alternative ist.

Und noch einmal zum Trump selbst. Er hatte noch im März Unterstellungen, er könnte an eine Wahlverschiebung denken, als Propaganda abgetan. Jetzt, wo die grade noch boomende Wirtschaft – sein As im Ärmel für den angestrebten Wahlsieg – am Boden liegt, denkt er sich: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

24.06.2020, Glyphosat – Teufelszeug – das Ergebnis unserer falschen Ernährung

60 Milliarden Dollar legte der Dax-Konzern 2018 hin, um Monsanto mit seinem damals schon umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat zu kaufen. Ich verstand schon damals nicht. Jetzt war es so weit. Um die Klagen von 10.000en Amerikanern wegen des potenziellen Krebsrisikos plattzumachen, einigte sich Bayer mit der US-Justiz auf die Zahlung von knapp 10 Milliarden Dollar. Ein Klacks für Bayer, hat man doch grade die Tiermedizin-Sparte für 7,6 Milliarden Euro abgestoßen. Jetzt verstehe ich nur die Tagesschau nicht, wo so ein Kleingeist von Kommentator doch tatsächlich ausführte, dass die Ernährung der Menschheit ohne solches Glyphosat-Gift nicht wirklich vorstellbar wäre. Sehe ich völlig anders. Man stelle sich das Unvorstellbare vor: Wir schaffen alle Maisfelder ab, die nur deshalb existieren, um als Tierfutter zu enden. Stattdessen baut man Nahrungsmittel an, die die Menschen mehr oder weniger direkt essen können. Schauen wir uns an, was 1kg Fleisch für Ressourcen verwendet:

  • 6,5 kg Getreide
  • 36 kg Rauhfutter (z.B. Maissilage)
  • 16.000 Liter Wasser

Stellen wir uns weiter vor, alle Wälder weltweit wären noch da, die für den Anbau von Tierfutter oder für Tierweiden jemals rerodet wurden. Wir hätten kein Problem mit Umweltverschmutzung und kein Nitratproblem im Trinkwasser. Wir hätten überhaupt kein Klimaproblem, keinen Temperaturanstieg, keine Eisschmelze, keinen Anstieg der Meere. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass die Tieresser die Sargnägel unseres Planeten sind.

Würden wir uns vegetarisch ernähren, müssten wir  unsere Atemluft nicht mit 990 Millionen Rindern teilen. Und das ist nur ein Teil der Tiere, die von Nichtvegetariern letztlich gegessen werden. Dazu kommen noch 652 Millionen Schweine. Man darf sich diese Tierhaltungs- und Tierermordungs- und Tierverarbeitungskette gar nicht vorstellen. Wenn ich allein die Kühlkette für diese Produkte sehe, sehe ich sofort einen Zusammenhang mit der Menge an Atomkraftwerken weltweit. Und der moralische Aspekt kommt noch hinzu. Was erlauben wir uns, uns zu Göttern heraufzustilisieren: Nach Belieben Leben geben und Leben nehmen. Woher nehmen wir uns dieses Recht?

31.05.2020, Elon Musk macht die USA great again

Ich habe größten Respekt vor dem space-x-Gründer, der mit stoischem Optimismus daraufhingearbeitet hat, dass nach neun Jahren endlich wieder amerikanische Astronauten von amerikanischem Grund und Boden mit amerikanischem Equipment in den Weltraum fliegen. Gestern war es so weit. Zwei Astronauten nahmen in der Falcon-9-Rakete Platz und ließen sich ins Orbit Richtung ISS schießen. „Danke, dass Sie heute mit der Falcon 9 geflogen sind“, spielte ihnen der Reiseveranstalter irgendwann später ins Cockpit ein. Die Kommerzialisierung des Weltraumes hat begonnen. Die Frage lautet, ob wir ein Recht darauf haben, jetzt auch den Weltraum zu plündern, nachdem wir unsere Erde grade nach Strich und Faden ausplündern. Das erinnert mich an das Buch ‚Delta-V“ von Daniel Suarez. Es scheint, dass sich Daniel Suarez und Elon Musk in ihren Gedanken gegenseitig befeuert haben. Der eine hat in seinem Buch die visionären Ideen, der andere versucht, sie umzusetzen. Das Buch ist sehr lesenswert, wenngleich die drei anderen Bücher, die ich vorher von Suarez gelesen habe, mich mehr fesselten: Daemon, Dark Net und Bios. Wobei „fesseln“ noch nicht ganz das wiederspiegelt, was die Bücher tatsächlich mit einem tun. Man kann das nicht beschreiben, mann MUSS sie lesen. Und es sind diese spektakulären Weltraum-Projekte, die Amerika great again machen und nicht das Alltagspalaver von Präsident Trump.

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31.05.2020, Georg Floyds Tod und die katastrophalen Folgen

Ich weiß nicht, was den vier Polizisten in Minneapolis da einfiel, den 46 Jahre alten schwarzen schon am Boden liegenden und mit Handschellen fixierten Georg Floyd über mehrere Minuten derart die Luft abzudrehen, dass er stirbt. Haben amerikanische Polizisten keine gute Ausbildung, notorisch schlechte Laune oder einen Alltzeithass gegen Schwarze? Und wieder ist das Land in Aufruhr. Mir ist nur nicht ganz klar, warum sich die Wut des Mobs jetzt ausgerechnet vor der CNN-Zenrale in Atlanta entlädt. Das tut mir in der Seele weh, denn wir waren schon dort. Und was sagt unser Un-Trump dazu? Der hat dafür einen ganz einfachen Spruch parat: Looting leads to Shooting. Übersetzt: Wenn ihr plündert, werden wir schießen.https://platform.twitter.com/embed/Tweet.html?dnt=true&embedId=twitter-widget-1&features=eyJ0ZndfZXhwZXJpbWVudHNfY29va2llX2V4cGlyYXRpb24iOnsiYnVja2V0IjoxMjA5NjAwLCJ2ZXJzaW9uIjpudWxsfSwidGZ3X2hvcml6b25fdHdlZXRfZW1iZWRfOTU1NSI6eyJidWNrZXQiOiJodGUiLCJ2ZXJzaW9uIjpudWxsfX0%3D&frame=false&hideCard=false&hideThread=false&id=1266512702958112768&lang=de&origin=https%3A%2F%2Fmichael-behrens-news.com%2Fus-wahlkampf%2F&sessionId=9fc89a3a7662e36acbc6bb5abf48e8acd6b3d588&siteScreenName=wordpressdotcom&theme=light&widgetsVersion=2d233ae%3A1618352735472&width=550px

31.05.2020, Trump rüttelt am Hongkong- und Taiwan-Status

Trump hat den Bruch der USA mit Honkong angekündigt. Die Logik ‚Ein Land zwei Systeme“ wird in Frage gestellt. Was diese irrlichtigen Aussagen tatsächlich für Folgen haben, werden wir sehen. Die Hongkonger dürften sich jetzt ziemlich alleingelassen fühlen. Und Trump schadet wie so oft auch seiner eigenen Wirtschaft. Hongkongs Freihafen ist ein wichtiges Wirtschaftselement für die amerikanische Finanzindustrie. China wird noch nicht genau wissen, was es von Trumps Aussagen halten soll. Denn wenn die Aussagen des Potus auch für Taiwan gelten, dann fände China den Vorstoß wohl eher doch nicht so entgegenkommend. Trump hat die Welt wieder ein wenig unsicherer gemacht.

30.05.2020, Trump kündigt der WHO die Beiträge

Was der Trump macht, ist alles relativ vorhersehbar. Alles was hilft, von den amerikanischen, also den eigenen, Problemen abzulenken, wird sofort erledigt. Wenn man seinen Leuten sagt, dass man jährlich 116 Millionen Dollar an Beiträgen für eine Organisation einsparen kann, die sowieso von den Chinesen unterwandert und Mitschuld am Corona-Virus sei, dann kann man da toll punkten. Die Chinesen zahlen eh nur 57 Millionen US-Dollar, was die Ungerechtigkeit auf die Spitze treibt. Und wenn der WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus China für den Umgang mit der Corona-Krise lobt, dann kann er sich seine Beitragsforderungen an die USA sowieso und gleich ganz in die Haar schmieren. Aber es gibt auch eine durchaus berechtigte trump’sche Kritik. Zwar hatte die WHO in Sachen Corona schon am 30. Januar eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen, diese aber weder zu diesem Zeitpunkt – und auch nicht einen Monat später – mit konkreten Reisewarnungen verbunden. Trump hatte aber bereits am 31. Januar einen Einreisestopp für Reisende aus China verkündet. Punkt für ihn. Und die Tage des WHO-Chefs sind gezählt. Eine Petition, die ihn zum Rücktritt auffordert, haben bereits 750.000 Menschen unterschrieben, Trump bestimmt auch, obwohl es ihm ab sofort egal sein kann, was die WHO treibt. Wenn ich die Hauptadressen der UN und der WHO in New York betrachtet, dann sitzen sie nicht im gleichen Gebäude. Somit ist der Mietvertrag sicherlich schon gekündigt. Wenn schon, denn schon. Ist auch schon egal. Leisten kann man sich die Miete in New York jetzt eh nicht mehr…

Ach übrigens: Die WHO ist eine Unterorganisation der UN. Man kann sich gut vorstellen, auf welche Organisation Trump seinen bösen Blick als nächstes richtet.

28.05.2020, Trumps Fehde mit Twitter

Als Follower (nicht Supporter!) von Trump habe ich mir den Fall angeschaut. Was ist passiert? Trump befasste sich in zwei seiner Tweets mit der Briefwahl und nannte „mail-in-ballot“ ganz einfach „fraudulent“, also betrügerisch. Twitter markierte diese zwei Tweets daraufhin als „unsubstantiated“, also als unbegründet. Trump wiederum nannte Twitter daraufhin „biased“, also parteiisch und drohte mit Abschaltung dieses Dienstes. Lassen wir mal die Polemik weg und fragen uns, wie Briefwahl in der Praxis tatsächlich abläuft? Sind wir uns einig, dass die Briefwahl in so manchem Haushalt fröhlich und gemeinsam am Frühstückstisch erledigt wird? Von geheimer Wahl kann da in der Tat oftmals keine Rede sein. Man muss die Briefwahl deshalb nicht gleich verteufeln und betrügerisch nennen – aber es ist ganz klar, dass bei der Briefwahl so mache Hand „geführt“ wird. Und je älter die Wähler sind, desto mehr ist das der Fall.

Twitter sieht sich jetzt dem Vorwurf ausgesetzt, sich aktiv in den Wahlkampf 2020 einzumischen, ein Vorwurf, der auch nicht tutto completto von der Hand zu weisen ist. Twitters Head of Site Integrity, Yoel Roth, wird jetzt von den Trump-Anhängern ordentlich durchleuchtet. Das Fazit fällt eindeutig aus:  Er sei ja schon seit 2017 ein Never-Trumper und Trump-Hasser.

Aber dass der Dauer-Twitter-Nutzer Trump ausgerechnet seinen Lieblings-Posting-Kanal abschalten will, ist eine lächerliche Aussage – angesichts von 70 Millionen Followern. Und leider haben die Trump-Unterstützer bei den Tweets und Retweets auf Twitter gefühlt die Oberhand. Ich sehe weiterhin keine reelle Chance, das Trump nach der Wahl nicht der alte und neue Präsident ist. Dieser Kampf der Trump-Anhänger gegen alle trump-kritischen Medien nimmt bedrohliche Formen an. Eine große Nation spaltet sich.

21.05.2020, Trumps schlechtes Englisch

Jahrelang habe ich an mir gearbeitet, um die dämliche Redewendung „If I would“ ja nicht zu benutzen. Ich habe diese falsche Grammatik mit brachialer Gewalt aus meinem Kopf ausradiert. Und jetzt kommt der Trump mit so einem Tweet daher:

200521-wrong-potus-en

Ich habe sofort meinen Englisch-Lehrer Eric Blum (never, never use IF I WOULD) gefragt, der es als echter Amerikaner genau weiß. Seine Antwort:

There you have it, Michael, your English is better than the President of the USA.

Das lange Wochenende ist gerettet…

21.05.2020, Trumps bisher dreisteste Lüge: „I have taken it for a couple of weeks.“

Offensichtlicher geht es ja kaum noch. Hier hat er sich wirklich um Kopf und Kragen gelogen. Kein Mediziner auf dieser Welt empfiehlt die Einnahme von Hydroxychloroquine als präventive Maßnahme. Im Gegenteil. Das gegen Malaria erfundene Medikament kann tödlich sein. Es ist eine mathematische Gewissheit, dass er dieses Medikament nicht nimmt. Hier eine kurze Gruselliste, was das Zeug mit dir anstellen kann:

  • Blistering (das würde ich jetz mal mit Hitzewallungen übersetzen)
  • Peeling (eine sich schälende Haut)
  • loosening of the skin (Hautprobleme)
  • Feeling that others can hear your thougt (Wahnvostellungen)
  • Feeling, seeing, or hearing things that are not there (Besessenheit)
  • Unusual behaviour (bei Trump bereits zu erkennen…)

19.04.2020, Potus und Flotus

Den Begriff Potus hatten wir ja schon mal geklärt. Flotus ist entsprechend die First Lady… Es ist kein Nachteil, wenn man Donald Trump auf Twitter folgt. Deswegen ist man ja nicht gleich sein Fan. Aber man bekommt einen Einblick in die amerikanische Denkweise, und vor allem in die Trump’sche Denkweise. Und es erweitert den englischen Wortschatz. Wann immer ich mich in den sozialen Medien mit den USA befasse, habe ich Phase6 offen, um neue Begriffe zu notieren. Heute ist es zum Beispiel: to bamboozle = jmd. hereinlegen. War mir neu.

Jedenfalls hat Trump für seine Lieblingsgegner Spitznamen entwickelt, die er täglich anwendet.

  • „Sleepy Joe“ – Damit ist der in der Tat schläfrig wirkende Joe Biden gemeint, sein demokratischer Widersacher im Kampf um die Präsidentschaft. Es ist nur schwer vorstellbar, dass der nuschelnde 77jährige Biden das Land führen kann. Trump wirkt gegen ihn jugendlich.
  • „Lamestream Media“ – So betitelt er seine „lahmenden“ Feinde in den Medien.
  • „do-nothing-democrates“ – die Demokraten, die nichts tun und zu nichts zu gebrauchen sind.
  • „Failing NYT“ – sein stärkster Gegner in den Medien ist die New York Times, die er am liebsten pleitegehen sehen würde. Mit „Failing NYT“ sagt er schon mal das Scheitern der Zeitung voraus.
  • „Crazy Nancy Pelosi“ – Trumps Gegnerin und „House Speaker“, das war die Dame, die sein Rede-Manuscript vor laufender Kamera zerrissen hat. Baujahr 1940. Auch nicht mehr ganz zukunftsfähig und Trump nutzt das aus.
  • „Crying Chuck Schumer“ – Oppositionsführer der Demokraten und scharfer Gegner Trumps. Trump hatte diese Anrede für ihn parat: „Was für ein schlechter Senator sind sie!?“

Und genau das ist der Punkt. Wenn die Leute Tag für Tag das gleiche von Trump hören, glauben sie es. Zusammen mit Fox-News, seinem Hauptunterstützer-Sender in den Medien, baut Trump seine Beliebtheitswerte noch weiter aus – trotz 22 Millionen Arbeitslosen. Alles, was er sagt und tut, ist „great“. Alle anderen produzieren nur „fake“.  Ich weiß nicht, was noch passieren müsste, um die Wiederwahl von Trump zu verhindern. Es ist so enttäuschend, dass die Demokraten (nach dem Ausscheiden von Bernie Sanders) keine echte Opposition mehr sind.

30.03.2020, Sanders-Anhänger geben noch nicht auf, POTUS wird aktiv

Für die Bernie-Sanders-Fans ist es eine ausgemachte Sache: Die Corona-Krise wird dem momentanen Präsidenten schaden.  Noch vor einem Monat bezeichnete Trump die ganze Sache als „Hoax“ (Zeitungsente). Die Idee, ein Gesundheitssystem zu haben, das für alle bezahlbar ist, ist nicht von der Hand zu weisen, auch wenn die ewig Gestrigen, ein solches System als puren Sozialismus abtun. Die Infektionszahlen gehen mächtig in die Höhe. Und die Dunkelziffer dürfte noch höher sein, denn wer sich einen Arztbesuch nicht leisten kann, meistert mit dem Corona-Virus weiter sein Leben – falls er nicht stirbt. Bernie Sander  müsste jetzt nur noch den senilen Jo Biden loswerden, um wieder eine gewichtige Rolle zu spielen. Biden schweigt jedoch zu dem ganzen Thema und möchte so am liebsten unangreifbar bleiben. Und nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand die Abkürzung Potus nicht kennt (ich gehörte bis gestern zu dieser verschwindend geringen Masse): POTUS = Presidend Of The United States

11.03.2020, Joe Biden gewinnt auch die gestrigen Vorwahlen

Mit dem Ausgang der gestrigen Wahlen steht fest, dass die Demokraten ihren Wahlkampf insgesamt einstellen können. Es ist jetzt eine mathematische Gewissheit, dass Trump weitere vier Jahre Präsident sein wird. Mit einem senil wirkenden Jo Biden, der die „Gaffes“-Hitliste einsam einführt, ist da gegen einen abgebrühten Trump nichts zu machen. Die Demokraten sollten direkt aufgeben. Ihr Wahlkampf ist ab jetzt nur noch eine Geldvernichtungsmaschinerie. Die Menschen in den USA sind nicht bereit für eine neue Politik, wie sie Bernie Sanders anstrebt.

04.03.2020, Joe Biden gewinnt den Super-Tuesday

Der frühere Vizepräsident Joe Biden hat leider den Super Tuesday gewonnen. In 14 Bundesstaaten wurde gewählt, neun hat er gewonnen. Kleiner Trost für Bernie Sanders: Er gewann im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien. Mini-Mike, der von Trump so betitelte Mike Bloomberg, konnte nur im US-Außengebiet Amerikanisch-Samoa gewinnen. Zu wenig befand er selbst und zog seine Kandidatur zurück, nachdem er 500 Mio Dollar investiert hatte. Eine krachende Fehlinvestition. Jedenfalls läuft jetzt alles auf einen Zweikampf hinaus.

02.03.2020, Bernie Sanders verliert in South Carolina

Dumm gelaufen, Biden mit 48,4% und Sanders mit 19,9%. Ist schon ein Riesenabstand. Man muss die Sache aber auch richtig einordnen. Hier hat das Geld gewonnen. Die „Super-PACs“, diese Lobbyistenvereinigungen, denen sich Bernie nicht bedient, haben ganze Arbeit geleistet. Interessant ist aber die Zuspitzung des Kandidatenrennens. Zwölf Kandidaten waren am Start. Aber die 54 Delegierten haben sich Biden und Sanders allein aufgeteilt. Seltsam: Sanders mit 19,9% hat 15 Delegierte „eingesammelt“. der Drittplatzierte Tom Steyer mit 11,3% keinen Einzigen. Das muss mir mein Englisch-Lehrer Eric Blum am Freitag erklären. Auch solche bekannten Namen wie Buttigieg, Warren und Klobuchar hatten keine Chance. Noch führt Sanders bei der Anzahl der gewonnen Delegierten. Aber das Eis ist jetzt ein wenig dünner geworden. Im Moment kommt er mir auch ein wenig zu sozialistisch rüber. Er sollte gegenüber den Milliardären auch wieder einmal ein Wort der Versöhnung einstreuen. Am Mittwoch, nach dem Super-Tuesday, dem Tag, wo die Demokraten in 14 Bundesstaaten ihre Vorwahlen austragen, wissen wir mehr. Denn am Super-Tuesday steigt auch Milliardär Bloomberg endlich mal in den Ring und zeigt sich. Und Trumps Zustimmungswerte steigen, und steigen, und steigen. Seine Wiederwahl scheint im Moment eine ausgemachte Sache zu sein.

23.02.2020, Bernie gewinnt mit Riesenvorsprung Nevada

46% der Stimmen konnte Bernie Sanders in dem großen Staat auf sich vereinen. Das ist sensationell für einen Politiker, der in der USA als „Sozialist“ bezeichnet wird. Aber das schreckt die Leute nicht mehr ab. Trump gratulierte Bernie Sanders umgehend auf Twitter. Aber Sanders kann mit solchen Glückwünschen, man könnte auch sagen: Giftköder, umgehen. In Deutschland würde jeder Politiker sofort überlegen, wie er den Makel wieder losbekommen könnte, wenn ihm die AfD zu irgendeiner guten Leistung gratuliert. In der USA scheint die Zeit tatsächlich reif für eine Entwicklung zu sein, wo nicht derjenige Präsident wird, der die meisten Milliarden in den Wahlkampf investieren kann. Und Bloomberg, der sich bisher zu schade ist, überhaupt in den Wahlkampf einzusteigen, hat nach der „historisch schlechtesten Debatte, die es je gab“ – so Trump, ein Riesenproblem. Trump derweil ist der Ansicht, dass er gegen Sanders leichtes Spiel haben wird. Er bereitet schon mit Freude seine Anti-Kommunismus-Debatte vor. Dass er sich da mal nicht irrt.

13.02.2020, US-Vorwahlkampf der Demokraten: Bernie Sanders gewinnt New Hampshire

Auch in Iowa hätte Sanders gewinnen müssen. Was im ersten Moment als Blamage wegen der nicht funktionierenden Shadow-App hingestellt wurde, ist doch wohl eher ein abgekartetes Spiel gewesen. Die DNC (der Dachverband der Demokraten) bekämpft Bernie Sanders wo er kann. Dort sitzen die Milliardäre, die Lobbyisten und die Leute, die im Geiste eigentlich Republikaner sind. Leute, die um ihre Macht und ihr Geld fürchten.

Ich kann auch nicht glauben, dass Sanders in Hampshire nur mit einem Prozent gewonnen haben soll. Auch hier wird wieder versucht, Pete Buttigieg am Leben zu halten.

02.02.2020, US-Wahlkampf, Bernie Sanders

Ich wundere mich immer wieder über die Art und Weise der Berichterstattung. In der „ZDF heute“-Sendung wurde der aussichtsreiche Bernie Sanders, der für die Demokraten antritt, als Linker und Sozialist betitelt. Mal ehrlich Leute. Wenn Bernie Sanders ein Linker ist, dann war Franz Josef Strauß ein Kommunist. Sanders fordert eine Krankenversicherung für alle Amerikaner, eine Sache, die bei uns in Deutschland die reinste Selbstverständlichkeit ist. Der ganze Beitrag war der größte Schwachsinn, den ich über den US-Wahlkampf der Demokraten gehört habe.

24.01.2020, Bernie Sanders

Ich bin kurz davor, mal ein paar Euro für seinen Präsidentschaftswahlkampf zu überweisen. Die meisten amerikanischen Politiker sind unerträglich. Hillary Clinton und Donald Trump führen diese Liste an. Bernie Sanders‘ Aussagen sind klar, fundiert, und die Botschaften sind eindeutig. Vielleicht schafft er das Wunder von Bern…

07.01.2020, Trump droht Iran mit Vernichtung von Kulturgütern

Ja geht’s noch? Was unterscheidet jemanden, der so etwas sagt, noch von den Taliban, die z.B. in Afghanistan 2001 die beiden weltberühmten Buddha-Statuen von Bamian zerstörten? Zumindest hat Trump seine Aussage wenig später wieder revidiert. Aber gesagt ist nun mal gesagt. Wieder einmal wissen wir, wessen Geistes Kind er ist.